Hundeschule Kaiser
 
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Euer Hund hat Angst vor Feuerwerk und Böllern – was hilft wirklich?

Euer Hund erschrickt bei Böllern, Feuerwerk oder anderen plötzlichen Knallgeräuschen?

Damit seid ihr nicht allein.

Viele Hunde reagieren auf laute Geräusche mit Unsicherheit, Stress oder sogar Panik - verlieren völlig die Orientierung, suchen verzweifelt Schutz oder versuchen zu flüchten.

Für ihre Menschen ist das oft genauso belastend. 

Die gute Nachricht: Viele Hunde können lernen, mit solchen Situationen deutlich besser umzugehen.

Warum reagieren Hunde so empfindlich?

Hunde hören deutlich besser als wir Menschen.

Knallgeräusche kommen oft plötzlich, sind kaum vorhersehbar und werden von Lichtblitzen, Erschütterungen oder einer angespannten Stimmung begleitet.

Für viele Hunde ergibt sich daraus eine Situation, die sie nicht kontrollieren können.

Angst ist dabei keine Unart und kein Ungehorsam.

Sie ist eine normale Reaktion auf etwas, das der Hund als bedrohlich empfindet.

Woran erkennt ihr, dass euer Hund Stress hat?

Nicht jeder Hund zeigt Angst gleich deutlich.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Hecheln ohne körperliche Anstrengung
  • Zittern
  • Unruhe
  • Verstecken
  • starkes Anhänglichkeitsverhalten
  • ständiges Umherlaufen
  • Bellen oder Jaulen
  • Erstarren
  • Fluchtversuche

Manche Hunde wirken äußerlich ruhig, stehen innerlich aber unter enormem Stress.

Was hilft eurem Hund wirklich?


Ruhe ausstrahlen

Hunde orientieren sich stark an ihren Menschen.

Je entspannter und klarer ihr bleibt, desto leichter fällt es eurem Hund, sich an euch zu orientieren.

Ignorieren? Bloß nicht! Wer die Angst seines Hundes ignoriert, vermittelt ihm nur: „Egal, was du fühlst, es interessiert mich nicht.“ 
Das zerstört Vertrauen – und das wollt ihr sicher vermeiden.

Viele Hunde profitieren davon, wenn ihre Menschen präsent bleiben und ihnen Sicherheit vermitteln.


Bleibt für eure Fellnase ansprechbar

Viele Hunde suchen in belastenden Situationen die Nähe ihrer Menschen. Genau das sollte möglich sein, aber ohne ständiges Streicheln oder auf den Arm nehmen.

Ob euer Hund Körperkontakt möchte, sich an euch anlehnt oder einfach nur eure Anwesenheit braucht, ist individuell.

Wichtig ist, dass ihr als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht und eurem Hund Sicherheit vermittelt.


Geräusche von außen reduzieren

Geschlossene Fenster, heruntergelassene Rolläden oder Musik können helfen, die Intensität der Geräusche zu verringern.

Dadurch verschwindet die Angst nicht automatisch – die Situation wird aber oft leichter zu bewältigen.


Sicherheit geht vor

Solltet ihr einen Hund haben, der in Panik verfällt oder zur Flucht neigt, sobald er es – selbst in größerer Entfernung – knallen hört, dann führt ihn an den Tagen mit erhöhter Knallergefahr mit doppelter Leinensicherung: eine Leinenseite am relativ engen Halsband und die andere Seite am gut sitzenden Geschirr. Oder ihr verwendet für eure Fellnase gleich ein Panikgeschirr.

Auch entspannte Hunde sollten an Tagen mit erhöhter Knallgefahr vorsichtshalber immer an der (Schlepp-)Leine geführt werden. Selbst wenn eurer Hund normalerweise mit Feuerwerk keine Probleme hat - ein überraschender Rums kann immer ein Angstauslöser sein.

Was hilft oft nicht?

Gut gemeinte Ratschläge führen leider nicht immer zum Ziel.

Viele Hunde profitieren nicht davon,

  • einfach "durchzuhalten"
  • ständig mit Kommandos beschäftigt zu werden
  • immer wieder mit ihren Auslösern konfrontiert zu werden

Entscheidend ist, dass euer Hund sich bei euch sicher fühlen kann und nicht dauerhaft überfordert wird.

Kann man Geräuschangst trainieren?

Ja.

Aber nicht erst am Tag des Feuerwerks.

Je früher ihr beginnt, desto besser.

Durch ein kleinschrittiges Training können viele Hunde lernen, mit Geräuschen gelassener umzugehen und sich auch in schwierigen Situationen wieder an ihren Menschen zu orientieren.

Dabei geht es nicht darum, Angst wegzudrücken.

Es geht darum, Sicherheit und Vertrauen aufzubauen.

Unterstützende Hilfsmittel 

Nicht jedes Hilfsmittel hilft jedem Hund. Was bei der einen Fellnase gut funktioniert, zeigt bei der nächsten kaum Wirkung. Deshalb lohnt es sich, mögliche Unterstützungen rechtzeitig vor Silvester oder anderen Ereignissen auszuprobieren.

Welche Maßnahmen geeignet sind, sollte immer individuell geprüft und gegebenenfalls mit dem Tierarzt besprochen werden.


Pheromone (z. B. Adaptil)

Manche Hunde profitieren von beruhigenden Pheromonen. Wichtig ist, diese rechtzeitig vor dem Ereignis zu testen.


Zylkene

Einige Hundehalter berichten von guten Erfahrungen mit Zylkene. Auch hier sollte die Anwendung frühzeitig begonnen werden.


Mutt Muffs

Ohrenschützer können die Geräuschkulisse reduzieren. Damit sie hilfreich sind, sollte der Hund bereits vor Silvester an das Tragen gewöhnt werden.


Medikamente

Bei starker Geräuschangst kann eine tierärztliche Beratung sinnvoll sein. Nicht jedes Beruhigungsmittel ist für Angsthunde geeignet.


Eierlikör

Einige Hundehalter berichten von positiven Erfahrungen mit sehr kleinen Mengen Eierlikör. Auch wir haben dies bei einer unserer Hündinnen erlebt. Da Alkohol nicht für jeden Hund geeignet ist, sollte dies immer sorgfältig abgewogen werden.

Ihr möchtet euren Hund gezielt auf Silvester vorbereiten?

Jedes Jahr bieten wir ein praxisnahes Silvestertraining an.

Dort lernt ihr, wie ihr euren Hund in schwierigen Situationen unterstützen könnt und wie ein sinnvoller Trainingsaufbau aussieht.
➡️ Mehr Informationen zu unserem Silvestertraining findet ihr hier.

Ihr seid unsicher?

Wenn euer Hund starke Angst bei Knallgeräuschen zeigt oder ihr euch fragt, wie ihr ihn sinnvoll unterstützen könnt, meldet euch gern bei uns.

Wir schauen gemeinsam auf eure Situation und sagen euch ehrlich, was sinnvoll ist – und was nicht


 
 
 
 
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